Hässig

Ich bin «hässig»

Dani an der Infusion Dani auf der Rigi Dani geniesst die Sonne Dani in Italien Dani in Murten Dani an einer Hochzeitsfeier Dani ist wütend

Auf Hochdeutsch ausgedrückt: Ich bin stinkesauer oder, wie man so schön sagt: Da kriege ich so einen Hals!

Menschen mit einer Beeinträchtigung werden häufig nicht ernst genommen – als ob wir nicht klar denken könnten. Wir sind nicht doof! Wir leben mit einer körperlichen oder geistigen Einschränkung, das ist wahr. Aber glaubt mir: Die meisten von uns geben täglich mehr als 100 %, selbst wenn man es ihnen nicht sofort ansieht.

Einfach geduzt

Viele Passanten auf der Strasse nehmen sich die Frechheit heraus, Menschen mit Handicap ungefragt zu duzen – als hätte man zusammen Brüderschaft getrunken.
Noch schlimmer: Wir werden oft wie kleine Kinder behandelt.
Da kommt mir die Galle hoch. Am liebsten würde ich direkt reagieren, aber man macht die Faust im Sack und schluckt es runter.

Gleichberechtigung

Wir haben das Recht, respektiert und ernst genommen zu werden. Wir sind Teil dieser Gesellschaft. Auch von uns kann man etwas lernen – sei es Geduld, Durchhaltevermögen oder Ausdauer. Qualitäten, die in meinem Leben eine entscheidende Rolle spielen.

Ausdauer

Mein bisheriges Leben konnte ich nur mit viel Ausdauer und Fleiss bewältigen. Nach einem Unfall im Kleinkindalter musste ich mühsam lernen, mit einem Körper umzugehen, dessen rechte Seite nicht das tat, was ich wollte. Unzählige Therapiestunden haben mir geholfen, heute ein weitgehend selbstständiges Leben zu führen.

Mein Weg war steinig und hart, und er bleibt herausfordernd. Doch ich mache das Beste daraus und versuche, meinen Alltag mit so wenig fremder Hilfe wie möglich zu meistern.

Vorurteile statt Wissen

Manche Menschen in meinem Umfeld hielten es nicht einmal für nötig, sich auf daninski.ch zu informieren. Sie urteilen nur nach dem Aussehen oder nach Gerüchten. Glaubt mir, da sind ganz schräge Meinungen über mich im Umlauf.

Meine Konsequenz

Wer mir nicht guttut oder mir schaden kann, den ignoriere ich.

Ein konkretes Beispiel: Es gab Personen, die mich beleidigt, vor Fremden blossgestellt und belogen haben, dass sich die Balken biegen. Ein klärendes Gespräch war unmöglich, weil mir wortwörtlich die Tür vor der Nase zugeschlagen wurde. Nach mehreren Versuchen habe ich zum Selbstschutz einen Schlussstrich gezogen.

Eigentlich ein freundlicher Mensch

Ich weiss, eine solche Konsequenz wirkt nicht gerade freundlich. Wer mich jedoch wirklich kennt, weiss, dass ich kontaktfreudig, hilfsbereit und herzlich bin. Aber auch meine Geduld hat Grenzen.

Schlusswort

Meine Webseite soll Betroffenen helfen, ihre Situation besser zu meistern. Ich möchte Mut machen, zu kämpfen und den Blick nach vorne zu richten.

Wir alle tragen unseren Rucksack – die einen einen kleineren, die anderen einen schwereren. Manchmal denke ich mir: Den schwersten Rucksack bekommen nur diejenigen aufgebürdet, die stark genug sind, ihn zu tragen.

Das Wichtigste ist, dass wir uns treu bleiben, an uns glauben und unseren Weg gehen. Es wäre schön, wenn die Gesellschaft das begreift und Menschen mit Handicap endlich als vollkommen gleichwertig akzeptiert. Ein Umdenken der Gesellschaft wäre eine wertvolle Bereicherung für uns alle.

Geschrieben Ende Juli 2026
Liebe Grüsse, euer Dani aus Arth