Ein Leben voller Hürden – und ein unbeugsamer Wille

Hämophilie, HIV, Hepatitis C und Colitis Ulcerosa: Mein Leben war oft ein extremer Kampf. Doch egal wie schwer die Schicksalsschläge waren – Aufgeben war für mich nie eine Option.
Tauche ein in meine Geschichte und erfahre, wie ich dem Schicksal die Stirn biete und mir meine Lebensfreude bewahre.

Wähle selbst, wie tief du eintauchen möchtest:
Die knackige Kurzfassung (ca. 7–8 Min.) oder die persönliche, ausführliche Fassung (ca. 25–30 Min.).

Die Kurzfassung (ca. 7–8 Min.)

Diagnose Hämophilie

Als ich 1969 geboren wurde, wussten meine Eltern nichts von meiner Hämophilie. Meine Grossmutter bemerkte jedoch die vielen blauen Flecken an meinem Körper. Damals galten solche Verletzungen bei Jungen als normal. Doch mit zwei Jahren geschah etwas Dramatisches: Ich fiel nachts aus meinem Bett und stürzte mit dem Kopf auf das Parkett. Bewusstlos fand man mich auf dem Boden. Der Verdacht auf eine Hirnblutung führte uns ins Kinderspital Zürich, wo die Hirnblutung bestätigt und eine weitere Diagnose gestellt wurde: schwere Hämophilie A.

Daniel Paul Planzer als Kind mit Mutter im Kinderspital Zürich

Erste Hürden

Nach einer lebensrettenden Operation war ich rechtsseitig gelähmt. Ein Teil meiner Schädeldecke wurde erst Wochen später wieder eingesetzt. Jahrelang schützte ein Lederschutzhelm meinen Kopf, da die Schädeldecke nicht mehr zusammenwuchs. Nur durch intensive Therapien konnte ich ein annähernd normales Leben führen.

Eine schwere Kindheit

Meine Schulzeit war von Ausgrenzung geprägt. Wegen meiner gesundheitlichen Einschränkungen durfte ich an vielen Aktivitäten nicht teilnehmen. Mitschüler verspotteten mich oder ignorierten mich – eine harte Zeit, die mich jedoch innerlich stärkte.

Ein Wendepunkt

Mit 16 Jahren erhielt ich eine Kunststoff-Schädeldecke. Endlich konnte ich den Lederhelm ablegen und mich wie ein normaler Teenager fühlen. Doch kurz danach erschütterte eine weitere Nachricht mein Leben: Ich wurde durch Blutprodukte, die ich zur Behandlung meiner Hämophilie benötigte, mit HIV infiziert.

Die HIV-Diagnose

Die Nachricht traf mich wie ein Schlag: «Daniel, du bist HIV-positiv», teilte mir der Arzt mit. Das lebenswichtige Medikament, Faktor VIII, hatte das Virus übertragen. Mein Leben brach zusammen. Traurigkeit, Frustration und der Gedanke, dass alles sinnlos sei, bestimmten meine Tage. Doch trotz des Schmerzes kämpfte ich weiter.

Neuer Lebensmut

Ich begann eine Ausbildung und arbeitete später im Verkauf. 1988 starb meine Mutter an Krebs. Doch in diesem Jahr lernte ich auch Barbara kennen, die mein Leben bereicherte. Mit ihrer Unterstützung begann ich, wieder Hoffnung zu schöpfen.

Herausforderungen

1996 verschlechterten sich meine Blutwerte dramatisch. Eine Therapie brachte Besserung, auch wenn die Nebenwirkungen stark waren. Im selben Jahr heiratete ich Barbara und verfasste vorsorglich mein Testament. Glücklicherweise stabilisierte sich mein Zustand dank der Medikamente. Später folgte eine erfolgreiche Therapie gegen Hepatitis C, eine weitere Folge durch verseuchte Blutspenden. Doch immer wieder tauchten neue gesundheitliche Probleme auf, wie eine chronisch-entzündliche Darmentzündung (Colitis Ulcerosa), die meinen Alltag stark einschränkt.

Aktuelle Situation

Daniel Paul Planzer entspannt sich an der Sonne

Mein Leben ist geprägt von Untersuchungen, Medikamenten und der Suche nach Stabilität. Trotz allem versuche ich, das Beste daraus zu machen. Meine Frau Barbara, meine Tiere und kleine Alltagsfreuden geben mir Halt. Auch wenn ich viele Hobbys aufgeben musste, suche ich immer nach Wegen, mein Leben sinnvoll und erfüllend zu gestalten.
Dazu gehört auch die Pflege dieser Webseite, um Aufklärungsarbeit zu leisten, Neuinfektionen zu verhindern und anderen Betroffenen Mut zu machen, nicht aufzugeben!

Rückblick und Ausblick

Im Laufe der Jahre musste ich den Verlust geliebter Menschen verkraften, nun bin ich von der Familie Planzer der letzte Stammhalter. Trotz allem bleibe ich stark und lasse mich nicht unterkriegen. Zitate wie «Zwingt uns das Leben in die Knie, haben wir die Wahl, aufzustehen oder liegen zu bleiben» begleiten mich und geben mir Kraft.

Ich teile meine Geschichte, um zu zeigen, dass selbst in schweren Zeiten Hoffnung und Lebensfreude möglich sind. Auch wenn mein Körper mir Grenzen setzt, lebe ich mit dem Ziel, das Beste aus jeder Situation zu machen.

Grüsse,
Daniel Paul Planzer

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..: letzte Aktualisierung am 9. August 2026 :..