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Mein liebstes Hobby und die ideale Ablenkung von den Krankheiten!

Sicher fragt sich jeder, der mein" zweites Leben" gelesen hat, was soll das, rechtsseitig mal gelähmt, Aids, viele Medikamente und trotzdem ein solch anspruchsvolles Hobby, was soll das?

Hat das Sinn?

Snooker

Kann er das?

Es scheint Fragen zu geben, die einem durch den Kopf gehen.... hier ist meine persönliche Meinung dazu.

Ich habe vor vielen Jahren im TV diesen Sport gesehen und war begeistert, was man alles mit diesen bunten Kugeln machen kann.

Bald kam die Frage:
Kann ich mit meinem Gebrechen diesen Sport ausüben und auch an Turnieren mitmachen?

Die Antwort ist ?   JA Träume hat jeder Mensch, das ist auch gut so. Wer träumt, der hat tief im Inneren ein Ziel, diesen Traum einmal zu erleben. Pool oder Snooker spielen muss kein Traum bleiben, denn mit Fleiß und Ausdauer kann dieser phantastische Sport jedermann ausüben, wenn die Augen gut sind, dies ist meine Ansicht.
Ich hätte anfangs nicht alleine üben dürfen, dann hätten sich nicht all die kleinen Fehler bei mir eingeschlichen. Doch mit sehr viel Ausdauer und viel ausprobieren, fand ich trotzdem noch zu einem guten Spiel. Pool Billard ist ein Sport, der körperlich wie auch geistig sehr viel abverlangt. Wenn ich z. B. an einem Turnier nicht "körperlich fit bin", kann ich mir noch so viel Mühe geben, es gelingt mir kein Ball, auch nicht jene, die ich jeden Tag übe.
Es gab anfänglich Pool Spieler die meinten, "du wirst nie was erreichen mit deiner Krankheit". Dies trieb mich an, ich wollte beweisen, dass auch ich ein Spieler werden kann, den man lieber nicht unterschätzen sollte.
Mein Training ist hart, das gebe ich zu, denn ich habe nebst dem Erlernen des Positionsspiels, der Technik und der Theorie, noch eine handikapierte rechte Seite, die mir nicht immer so gehorcht, wie ich es eben will. Daher spreche ich oft auch von Therapie, wenn ich vom Training spreche.
Ich vergesse alles um mich, wenn ich das Queue (den Billardstock) in meiner linken Hand halte und gute Bälle spiele, besonders bei den Turnieren. Mir tut es einfach gut, den Alltag zu vergessen und für ein paar Minuten in seiner Idealwelt zu versinken. Das tut manchmal so gut, dass ich nach einem Turnier für Wochen wieder so viel Power in mir habe, um den grauen und düsteren Alltag mit Medikamenten, Schmerzen und manchmal auch Verzweiflung hinter mich zu bringen. Ich möchte nicht jammern, denn ich weiss, dass es vielen Menschen ähnlich und noch viel schlechter geht. 
Schade finde ich allerdings, dass dieser Sport nicht mehr den Stellenwert hat, den er einmal in der Schweiz hatte. Man sieht es an den Turnieren, die oft nicht mit vollem Tableau gespielt werden, da es vielfach zuwenig Anmeldungen hat.

Es gab im Juli 2003 eine Änderung!


Da ich liebend gerne auch Snooker anschaue und spiele, wollte ich es wissen.
Doch diesmal lerne ich aus den vergangenen Fehlern und fragte Urs Freitag, einen Ellitenspieler, ob er mir das Snookerspiel und alles was dazu gehört zeigen würde. Ob er Zeit hätte mit mir zu trainieren und meine Fehler korrigieren könnte. Er war begeistert, dass ich ihn gefragt habe. Gesagt getan, wir begannen anfangs August 2003 dreimal wöchentlich zu trainieren und am 13. August 2003 ging ich das erste Mal mit Urs an ein Snooker Turnier in Zofingen. Ich lernte viele Menschen kennen und war erstaunt, wie nett man mich aufnahm. Jetzt sind schon wieder viele Monate vergangen, seit ich mit dem Snooker begonnen habe. Ich sehe, dass Snooker sehr anspruchsvoll ist und ich und mein Kopf viel mehr will was mein Körper hergibt. Deswegen musste ich anfangs 2004 einen wichtigen Entscheid fassen. Um weiter zu kommen muss ich täglich an den Tisch. Dies wäre nie finanzierbar in einem öffentlichen Lokal. Deswegen habe ich mich umgeschaut und suchte einen Raum, damit ich einen Tisch hinein stellen konnte. Denn nur so kann ich die Kosten für meine Trainingstunden kontrollieren. Mitte Januar 2004 war es dann soweit, den Raum habe ich mit Barbara zusammen noch weiss gestrichen und einen blauen Teppich gelegt. Dann war er da, der grosse Moment. Andreas Schocher (www.ant.ch) stellte den Snookertisch in den Raum. Von da an bin ich so oft es mein Körper erlaubt, am Tisch und trainiere. Mein Fortschritt ist sehr klein, doch ich stelle wöchentlich eine Verbesserung im Spiel fest, ich messe dies mittels Übungen und Statistiken. Wütend macht es mich, wenn ich krank werde, dann spiele ich 1 bis 2 Wochen nicht mehr und muss wieder von vorne beginnen.
Mir macht dieser Sport sehr viel Freude, ich habe Spass und kann mich damit etwas ausleben. Was für mich sehr wichtig ist.
Ich finde es ist egal welchen Sport man macht, in einer solchen Situation wie ich sie habe. Denn Sport hilft Frustration abzubauen und aus sich heraus zu kommen. Sich von einer anderen Seite kennen zu lernen. Neue Herausforderungen anzugehen und eben sich für einige Minuten oder auch Stunden anders zu orientieren.

Line up

2006 Pause gemacht Mein Training ging gut voran, bis Oktober 2005. Es schien als ob ich keine Luft mehr hätte während des Spiels, trotz Training wurde ich von Tag zu Tag schlechter.
Es musste etwas geschehen, aber was. Ich entschloss mich, eine Pause zu machen, da ich immer sehr müde war. Zuerst pausierte ich einen Monat, dann zwei und schlussendlich war es ende Jahr.
Ich musste einfach einmal abschalten, es ging nicht mehr. Ich wusste nicht warum?

Nach den Festtagen 2006 ging ich dann wieder an den Tisch. Ich stellte fest, dass ich wieder von vorne beginnen musste, es klappte überhaupt nichts mehr. So begann ich wieder mit den einfachsten Übungen zu arbeiten. Doch siehe da, ein paar Wochen nur und mein Spiel steigerte sich. Es scheint, dass diese Pause mir recht gut getan hatte, einmal schauen was dieses Jahr so bringt.

Es findet ja auch die Snooker WM in der Schweiz statt, in Zofingen, es wird also sehr viel los sein dieses Jahr im Snookersport. Ich werde aber an mir arbeiten, während alle anderen um die Ränge kämpfen, versuche ich mein Spiel zu finden.

Nicht alles was glänzt ist Gold, ich wurde enttäuscht oder besser gesagt gedemütigt. Ein Lokalbetreiber der Snooker - Szene nahm mich an einem Turnier beiseite und diskrimminerte mich zutiefst, denn er verbot mir, in seinem Center über meine Krankheit zu diskutieren und ich soll auch nicht mit solchen Leuten hier her kommen.
Ich verstand die Welt nicht mehr, geht es jetzt um den Sport oder was??
Egal was wir in den Pausen diskutieren, finde ich, spielt keine Rolle, denn es wurde niemand verletzt und trotzdem bekam ich an diesem Tag einen Maulkorb?

Bin ich am richtigen Ort?
Oder werde ich nur wegen der Kohle geschätzt?

Ich weiss es noch heute nicht, denn ich mied danach dieses Lokal, ja, ich liess sogar Qualifikationsturniere sausen, die an diesem Ort stattfanden.

Dann kam die Wende.

Der Wechsel zurück zum Pool

Ein paar Jahre habe ich im Snooker trainiert, und kam an einen Punkt bei dem ich nicht mehr weiter kam. Es fehlte mir einfach der Erfolg, und so mancher zog an mir vorbei. Ich wurde wieder trainingsmüde und brach ab. Ich überlegte mir, was ich machen sollte, weiter beissen oder etwas verändern?

Was ich dann auch tat, ich stellte das Snooker - Queue weg und begann wieder mit Pool. Ich brauche Erfolge, ich möchte den Biss wieder zurück haben, den Hunger nach Siegen. Die Pool - Szene nahm mich herzlich auf, mancher kennt mich und fragte sich, wo ich in den letzten Jahren war.

Zur selben Zeit verkaufte ich den Snooker Tisch und gab den Raum Ende 2006 wieder ab.

Meine weiteren Trainigsstunden werde ich bei Hugo in Morschach machen, um mein Spiel zu verbessern.

Die Saison 2008 / 2009 ist gelaufen und ich schaue auf ein gutes Jahr zurück. Gerade das letzte QT (Qualifikations- Turnier) beendete ich mit dem hervorragenden 5. Platz im 14-1 Endlos. Somit geht auch hier wieder ein Teil zu Ende im Sport, denn ich werde die nächste Saison nicht mehr in der Liga B spielen sondern bei den Senioren.

Ich freue mich auf diese Zeit und schaue mal was mich da erwartet.

Billard Ei

Mal schauen was so abgeht.

 

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