Das Training

Sehr geschätzte Leserinnen und Leser

Unser Ziel ist es nicht, aus unseren Papageien Zirkus Clowns zu machen, das Bild ist eine Foto-Montage!

Vogel Clown

Das Training hilft den Papageien und uns miteinander besser umzugehen.

All dies und noch vieles mehr sind die Vorteile eines Trainings welches mit fast allen Tieren klappt.

Dany und Pepo

Wie kam es denn dazu.

Ende Juni 2015 fand in Bremgarten ein Workshop statt. Carmen Hediger besuchte zuvor in Deutschland diesen Workshop und fand ihn so spannend und gut, dass sie diesen Kurs auch in der Schweiz anbot. Sie schrieb ihren Kunden, und wir reagierten rasch auf ihr Mail, denn für uns war klar, wir wollten dabei sein.

Der Kurs wird von einem Vogel Biologen aus England, professionell geführt. Seine Erfahrungen und Referenzen sind beeindruckend. Sein Wissen über Papageien gab er uns in diesem Drei-Tage-Seminar weiter.

Sein Wissen und seine artgerechten Trainings-Methoden sind eine Bereicherung für jeden Tierhalter.

So dass beide, Tier wie Halter, davon sehr profitieren können.

Problemvögel finden dank seiner Technik wieder zu einem guten Leben zurück und hören auf zu rupfen und zu schreien.

Dank diesem Training wird es uns in Zukunft gelingen, dass die Agaporniden selbständig in das Transportkäfig gehen, falls sie zum Tierarzt gebracht werden müssen und ein Flug in der Wohnung ist so auch möglich, denn mit gezielten Trainingseinheiten kehrt der Vogel ohne Stress selbstständig in die Voliere zurück.

Der Vogel wird nicht gezwungen, sondern er tut es aus freier Entscheidung.

Doch bis dahin müssen wir daran arbeiten und ich bin mir sicher, dass es sich lohnt und auch klappt.

Wir schreiben den 14. Juli 2015

Also etwas mehr als zwei Wochen nach dem Workshop.
Unsere Tiere sind aktiver und begeistert im Training mit zu machen. Bis auf Nema und Lili reagieren schon alle auf ihren Namen. Pepo und Pepa kommen auf Kommando aus der Voliere und fliegen auf den Punkt den ich zeige, egal ob auf die Voliere oder auf einen Ständer den ich für die Vögel zum Trainieren gebaut habe. Im Zimmer kann ich den beiden rufen und sie fliegen auf meinen gezeigten Handrücken.

Das alles ohne irgendwelchen Stress und Zwang.

Die Beiden hatten vorab bei Stress zugebissen und wenn man an die Voliere ging mit der Hand griffen sie die Hände an. Seit dem Training sind keine Angriffe mehr gemacht worden.

Dies sind die ersten Erfolge dank dem Workshop.
Daher ein sehr grosses Dankeschön an Carmen und Kursleiter.

Ein kleiner Film über unsere ersten Erfolge des Trainings.

 

Heute, 28.Juli 2015, bis auf Falco holen sich alle ihre Verstärker aus meiner Hand.



Heute, 28.August 2015, alle holen sich jetzt die Verstärker, einige steigen auf die Hand, die anderen nehmen es lieber auf der Stange. Es ist Zeit ein weiteres Video zu zeigen.

Auf Ruf kommen sie auf den gebauten Trainings-Ständer und werden dabei belohnt.

Unsere Tiere können es kaum erwarten mit dem Training. Öffne ich die Voliere und rufe wer will trainieren dann rasen sie in Windeseile auf die Trainings-Stange.

Doch wie es auch bei uns so ist haben nicht immer alle Interessen.

 

Glück nach dem Unglück

Am 6. August 2016 bereitete ich wie immer das Futter für unsere Liebsten in der Küche vor.
Unsere Krummschnäbel unterhielten sich wie jeden Tag untereinander.
Plötzlich raste Nemo aus der Voliere in die Küche, an mir vorbei, wendete sich und düste mit voller Power richtung Wohnzimmer davon. Ich ahnte Schlimmes und lief hinterher, denn im Wohnzimmer war die Balkontüre offen.
Ich war zu spät, Nemo war weg, ich sah ihn noch um das Haus fliegen und weg war er.
Wie konnte das passieren, ich hatte doch wie immer die Futterklappe geschlossen, oder nicht?
Ich sah nach und sah dass sie leicht aufgekippt war.

Was nun, unser Nemo ist ausgeflogen!!

Schnell setzte ich die Futter-Geschirre ein und stellte die Voliere auf den Balkon.
Den ganzen Tag war ein riesiges Pfeifkonzert, denn Lili, Peppo und Peppa riefen ununterbrochen Nemo.

Ich ging auf die Strasse und suchte nach ihm.
Was aber sehr schwer war, denn in unserer Umgebung gab es viele Schwalbennester, welche Nemo vertreiben konnten und die Obstbäume sind momentan randvoll mit Birnen, Äpfel und Pflaumen.

All dies liebt Nemo.

So ging ich nach einer Stunde Suchen heim und druckte Flugblätter, welche ich dann in der Umgebung aufgehängt habe, denn ich hoffte, dass Nemo irgendwo zufliegt.

Der Tag war etwas traurig und ich suchte immer wieder nach ihm, rief ihm und gab die Hoffnung nicht auf.
Um 18:30 Uhr gab es bei der Nachbarin Abendbrot, wir haben spontan zusammen gekocht und assen auf dem Balkon. Plötzlich hörte ich ein vertrautes Pfeifen, ich legte das Besteck weg und schaute umher.
Da war er, auf dem Nachbar-Haus und gab den anderen in der Voliere Antwort.
Ich ging in unsere Wohnung und stellte den Trainingsständer auf den Balkon und rief Nemo zu.

Nemo reagierte aber sah mich nur an.

Plötzlich sprang er vom Dach und flog auf mich zu und setzte sich auf das Balkongeländer. Ich belohnte ihn mit Verstärker und bat ihn auf den Trainingsständer, was er auch tat.
Allerdings machte er mit mir anfangs Kapriolen, flog wieder auf das Dach und dann wieder zur Badi auf den Kastanienbaum und kam wieder zu mir auf den Trainingsständer.
So stellte ich den Trainingsständer ins Zimmer, doch er wollte nicht hinein.
Plötzlich flog er auf die Voliere, wir zogen die Voliere langsam ins Haus, während dessen redete ich mit Nemo und gab Verstärker.
Die Voliere war drin, mit ihr auch Nemo,dann schlossen wir die Balkontüre und alle waren im Zimmer.
Während der ganzen Aktion sahen uns alle Badegäste zu, das Spektakel oder der Krimi fesselte alle. Flog Nemo wieder auf das Dach, kam ein dumpfes OHHH und wenn er wieder bei mir war freuten sich alle Gäste inkl. Bademeister und Personal.

Die Leute konnten es kaum glauben was sie da sahen, es war Filmreif.

Wir Barbara und ich waren erleichtert, dass Nemo wieder zurück war.

Liebe Leserinnen und Leser
Ich bin mir sicher, diesen Erfolg verdanken wir dem Vogelbiologen und seinem Trainingsplan. Dank erlerntem Wissen Ende Juni 2015 von Ihm welches wir seit dem Kurs auch anwenden schafften wir es, Nemo wieder heim zu holen und das ohne Stress.

Wir sind überglücklich wie es zum Schluss gekommen ist.

Wie Ihr aus diesem Bericht sehen könnt, lohnt es sich, mit den Tieren zu trainieren, so dass wir Halter näher an die Tiere kommen und ein gegenseitiges Vertrauen entsteht.
Der Alltag mit den Tieren wird schlussendlich für beide Seiten einfacher und es entsteht eine Harmonie.

Ich werde ab heute bestimmt zweimal schauen, ob der Rigel zur Futterbox geschlossen ist, das war mein Fehler.

Doch die Geschichte ist zum Glück gut ausgegangen.

Wenn man bedenkt, im Raum Arth leben mehr als ein Dutzend Falken und Milane und Nemo wäre da ein einfaches Opfer gewesen während er fliegt. Im Gehölz ist er perfekt getarnt, aber im Flug wäre er eine einfache Beute gewesen.
Wir, Barbara und ich sind dankbar dass es sich zum Guten gewendet hat.

Ich werde darüber weiter berichten.