Schönes an diesem Sport

Dany eröffnet das Snookerspiel

Billard und Snooker sind ein Ballspiel, das jeder spielen kann. Es spielt keine Rolle ob man jung, alt, gesund oder krank ist. Der Spass am Spiel ist alles. Ein Zweikampf der Körper und Geist fordert.
Die schnellen Kugeln auf dem grünen Tuch machen mich fast süchtig. Probleme zu lösen, grosse Breaks zu spielen oder eine gute Sicherheit hinzulegen.

Zu gewinnen!

Turnier gegen Nitschke

Manchmal sage ich auch, Schach auf dem grünen Tuch.


Träume hat jeder Mensch, das ist gut so. Wer träumt, der hat tief im Inneren das Ziel, diesen Traum einmal zu erleben. Pool oder Snooker spielen muss kein Traum bleiben, denn mit viel Fleiss und der nötigen Ausdauer kann dieser phantastische Sport jedermann ausüben wenn die Augen gut sind. Dies ist meine Ansicht. Ich hätte anfangs nicht alleine üben dürfen, denn dann hätten sich nicht all die kleinen Fehler eingeschlichen. Doch mit sehr viel Ausdauer und viel ausprobieren, fand ich trotzdem zu einem guten Spiel. Pool Billard ist ein Sport, der körperlich wie auch geistig sehr viel abverlangt. Snooker-Polk
Wenn ich z. B. an einem Turnier nicht "körperlich fit bin", kann ich mir noch so viel Mühe geben, es gelingt mir kein Ball, auch nicht jene, welche ich jeden Tag übe. Es gab anfänglich Pool Spieler die meinten:

"Du wirst nie was erreichen , das ist doch klar, schau dich doch mal an du Krüppel"?

Dies trieb mich an, ich wollte beweisen, dass auch ich ein Spieler werden kann, den man lieber nicht unterschätzen sollte. Mein Training war hart, das gebe ich zu, denn ich habe nebst dem Erlernen des Positionsspiels, der Technik und der Theorie, noch eine handikapierte rechte Seite, die mir nicht immer so gehorcht, wie ich es eben will. Daher spreche ich oft auch von Therapie, wenn ich vom Training spreche. Ich vergesse alles um mich, wenn ich das Queue (den Billardstock) in meiner linken Hand halte und gute Bälle spiele, besonders bei den Turnieren. Mir tut es einfach gut, den Alltag zu vergessen und für ein paar Minuten in meiner Idealwelt zu versinken. Das tut manchmal so gut, dass ich nach einem Turnier für Wochen wieder so viel Power in mir habe, um den grauen und düsteren Alltag mit Medikamenten, Schmerzen und manchmal auch Verzweiflung hinter mich zu bringen. Ich möchte nicht jammern, denn ich weiss, dass es vielen Menschen ähnlich und leider noch viel schlechter geht. Schade finde ich allerdings, dass dieser Sport nicht mehr den Stellenwert hat, den er einmal in der Schweiz hatte. Man sieht es an den Turnieren, die kaum mit vollem Tableau gespielt werden da es vielfach zu wenig Anmeldungen hat.

Es gab im Juli 2003 eine Änderung! Da ich liebend gerne auch Snooker anschaue und spiele, wollte ich es wissen.
Doch diesmal lernte ich aus den vergangenen Fehlern und fragte Urs Freitag, ein Elitespieler der Schweiz, ob er mir das Snookerspiel und alles was dazu gehört zeigen würde. Ob er Zeit hätte mit mir zu trainieren und meine Fehler zu korrigieren. Er war begeistert, dass ich ihn gefragt habe. Gesagt getan, wir begannen anfangs August 2003 dreimal wöchentlich zu trainieren und am 13. August 2003 ging ich das erste Mal mit Urs an ein Snooker Turnier nach Zofingen. Ich lernte viele nette Menschen kennen und war erstaunt, wie freundlich man mich aufnahm. Danach sind viele Monate vergangen, seit ich mit dem Snooker begonnen habe. Ich sehe, dass Snooker sehr anspruchsvoll ist und ich und mein Kopf viel mehr wollen als mein Körper hergibt. Deswegen musste ich anfangs 2004 einen wichtigen Entscheid treffen. Um weiter zu kommen muss ich täglich an den Tisch. Dies wäre nie finanzierbar in einem öffentlichen Lokal. Deswegen habe ich mich umgeschaut und suchte einen Raum, damit ich einen Tisch hinein stellen konnte. Denn nur so konnte ich die Kosten für meine Trainingstunden kontrollieren. Mitte Januar 2004 war es dann soweit, den Raum habe ich mit Barbara zusammen noch weiss angestrichen und einen blauen Teppich gelegt. Dann war er da, der grosse Moment. Andreas Schocher (www.ant.ch) stellte den Snookertisch in den Raum.

Snooker Training

Von da an war ich so oft es mein Körper erlaubte, am Tisch und trainierte. Meine Fortschritte waren sehr klein, doch ich stellte wöchentlich eine Verbesserung im Spiel fest, ich messe dies mittels Übungen und Statistiken. Wütend machte es mich, wenn ich krank wurde, dann spielte ich 1 bis 2 Wochen nicht mehr und musste wieder von vorne beginnen.
Mir macht dieser Sport sehr viel Freude, ich habe Spass und kann mich damit etwas ausleben. Was für mich sehr wichtig ist.
Ich finde, es ist egal welchen Sport man macht, in einer solchen Situation wie ich sie habe. Denn Sport hilft Frustration abzubauen und aus sich heraus zu kommen. Sich von einer anderen Seite kennen zu lernen. Neue Herausforderungen anzugehen und eben sich für einige Minuten oder auch Stunden anders zu orientieren.

Mein Training ging gut voran, bis Oktober 2005. Es schien als ob ich keine Luft mehr hätte während des Spiels, trotz Training wurde ich von Tag zu Tag schlechter.

Es musste etwas geschehen, aber was. Ich entschloss mich, eine Pause zu machen, da ich immer sehr müde war. Zuerst pausierte ich einen Monat, dann zwei und schlussendlich war es Ende Jahr. Weshalb das so war wusste ich nicht?
Nach den Festtagen 2006 ging ich dann wieder an den Tisch. Ich stellte fest, dass ich wieder einmal von vorne beginnen musste, es klappte überhaupt nichts mehr. So begann ich wieder mit den einfachsten Übungen zu arbeiten. Doch siehe da, ein paar Wochen nur und mein Spiel steigerte sich. Es schien, dass diese Pause mir recht gut getan hatte, einmal schauen was dieses Jahr so bringt. Es findet ja auch ein grosses Turnier statt in der Schweiz, in Zofingen, es wird also sehr viel los sein dieses Jahr im Snookersport.

Nicht alles was glänzt ist Gold, ich wurde enttäuscht oder besser gesagt gedemütigt. Ein Billard und Snooker Lokal Besitzer nahm mich an einem Turnier beiseite und diskrimminerte mich zutiefst, denn er verbot mir, in seinem Center über meine Krankheit zu diskutieren und ich soll auch nicht mit solchen Leuten hierher kommen, meinte er.
Ich verstand die Welt nicht mehr, geht es jetzt um den Sport oder was?? Egal was wir in den Pausen diskutieren, finde ich, spielt keine Rolle, denn es wurde niemand verletzt und trotzdem bekam ich an diesem Tag einen Maulkorb?

Bin ich am richtigen Ort?

Oder werde ich nur wegen dem Startgeld geschätzt?

Ich weiss es noch heute nicht, denn ich mied danach dieses Lokal, ja, ich liess sogar Qualifikationsturniere sausen, die an diesem Ort stattfanden.
Dann kam die Wende.

Der Wechsel zurück zum Pool.

Ein paar Jahre habe ich im Snooker trainiert und kam an einen Punkt bei dem ich nicht mehr weiter kam. Es fehlte mir einfach der Erfolg, und so mancher Spieler zog an mir vorbei. Ich wurde wieder trainingsmüde und brach ab. Ich überlegte mir, was ich machen sollte, weiter beissen oder etwas verändern?

Was ich dann auch tat, ich stellte das Snooker-Queue weg und begann wieder mit Pool. Ich brauche Erfolge, ich möchte den Biss wieder zurück haben, den Hunger nach Siegen. Die Pool-Szene nahm mich herzlich auf, mancher kannte mich noch und fragte sich, wo ich in den letzten Jahren war. Zur selben Zeit verkaufte ich den Snooker Tisch und gab den Raum Ende 2006 wieder ab. Meine weiteren Trainingsstunden werde ich bei Hugo in Ibach machen, um mein Spiel zu verbessern.

Billard Club Lokal FBI

Die Saison 2008/2009 ist gelaufen und ich schaue auf ein gutes Jahr zurück. Gerade das letzte QT (Qualifikations-Turnier) beendete ich mit dem hervorragenden 5. Platz im 14-1 Endlos Liga B. Somit geht auch hier wieder ein Teil zu Ende im Sport, denn ich werde die nächste Saison nicht mehr in der Liga B spielen sondern bei den Senioren. Ja mit 40 Jahren ist man im Billard- und Snooker-Sport schon ein "Oldie".

Ich freue mich auf diese Zeit und schaue mal was mich da erwartet.

Mein Körper wurde in den folgenden Jahren schwächer, das Stehen am Tisch und die langen Wartezeiten wurden zu viel. Nicht selten ging ich an Turniere und musste trotz Sieg aufgeben, da ich keine Kraft mehr hatte.

Ist das jetzt das Ende meines Spieles?

Viele Spieler verstanden nicht was mit mir geschah. So entschloss ich mich nur noch aus Spass an den Tisch zu gehen und für kurze Zeit Spass zu haben.
Für das Spiel das ich erwarte reicht es nicht mehr, aber unterschätzen sollte man mich heute noch nicht. Heute geniesse ich mit anderen Snookerfans ein gutes Spiel und muss mich mit dem zufrieden geben, wie es gerade geht.

Break im Pool

Wie Ihr seht, ganz aus ist es trotzdem nicht, auch wenn die grossen Momente vorbei sind bleiben mir die Erinnerungen an die vergangenen Jahre.

Und das Queue nehme ich immer wieder gerne in die Hand und spiele ein paar Bälle.

Guet Stoss

Ein Dankeschön sollte ich da noch anbringen, denn Barbara meine Frau ist in all den Jahren fast immer mit dabei gewesen. Sie hat mich unterstützt, mich nach Niederlagen getröstet und hat die tollen Erfolge mitgefeiert. Sie hat mit eigenen Augen gesehen was möglich ist, wenn man an sich glaubt.

In all den Jahren war Barbara die einzige Partnerin die ihren Mann so oft an die Turniere begleitet hat. Ich denke das ist ein grosses Lob wert.

Danke Barbara, ich liebe Dich.