Gonorrhoe (Tripper)

Die Gonorrhoe ist eine durch Bakterien hervorgerufene Geschlechtskrankheit.
Neben der Bezeichnung Gonorrhoe, die aus dem Griechischen stammt und "Samenfluss" bedeutet, ist die Bezeichnung Tripper gebräuchlich, die von dem niederdeutschen drippen = tropfen abgeleitet ist. Beide Bezeichnungen deuten auf charakteristische Symptome hin.

Der Tripper ist bereits seit Jahrhunderten, wenn nicht sogar seit Jahrtausenden, bekannt. Vor der Entwicklung der Antibiotika, also vor 1929, stellte sie ein sehr ernst zu nehmendes gesundheitliches Risiko dar, und zwar besonders für Frauen.
Viele Männer infizierten sich bei Prostituierten mit der Gonorrhoe und gaben die Infektion, oft genug unbemerkt, an ihre Ehefrauen weiter. Für die Frauen bedeutete dies ein doppeltes Risiko. Zum einen bestand die Gefahr einer dauerhaften Unfruchtbarkeit, zum anderen die Gefahr, die Infektion bei der Geburt auf das Kind zu übertragen, was dann zum Krankheitsbild der Gonoblennorrhoe, einer eitrigen Bindehautentzündung des Neugeborenen führt.

Die Erreger besiedeln Schleimhäute, sowie bei Neugeborenen von infizierten Müttern die Bindehaut des Auges. Ausserhalb des menschlichen Körpers sind die Erreger nicht überlebensfähig, da sie insbesondere gegenüber Kälte und Sauerstoff empfindlich sind.

Die Übertragung erfolgt durch ungeschützten Geschlechtsverkehr, egal welcher Art, sowie während der Geburt eines Kindes einer infizierten Mutter.

Hinsichtlich der Symptome muss zwischen den beiden Geschlechtern unterschieden werden. Eine Unterteilung in akute sowie chronische Infektionen ist ebenfalls möglich, chronische Infektionen treten jedoch bevorzugt bei Frauen auf. Die Gonoblennorrhoe, also die Bindehautentzündung des Neugeborenen stellt ein eigenes Krankheitsbild dar und soll ebenfalls kurz erläutert werden.

Gonorrhoe des Mannes

Bereits ein bis drei Tage nach der Ansteckung kommt es zu einer Rötung und Schwellung der Harnröhrenmündung mit Brennen beim Wasserlassen sowie einem anfangs wässrigen, später schleimig-eitrigem Ausfluss. Unbehandelt kann sich die Infektion weiter ausbreiten. Nach zwei-drei Wochen bemerkt der Patient dann dumpfe Schmerzen am Damm* sowie in der Blasengegend als Zeichen einer Beteiligung der Prostata. Greift die Entzündung auf den Nebenhoden über, kommt es zu einer Rötung, Schwellung sowie Druckschmerzhaftigkeit des Nebenhodens bzw. Hodens bei allgemeinem Krankheitsgefühl sowie Fieber. Es besteht die Gefahr einer späteren Unfruchtbarkeit.

Gonorrhoe der Frau

Bei der Frau verläuft die Gonorrhoe häufig wesentlich milder als beim Mann und wird daher oft gar nicht bemerkt und dementsprechend auch nicht behandelt. Die Folge davon ist dann eine chronische Gonorrhoe. Wenn Beschwerden aufgetreten sind, dies meist Schmerzen beim Wasserlassen und ein häufiger Harndrang als Zeichen einer Entzündung von Harnröhre und -Blase sowie ein wässriger Ausfluss infolge einer Entzündung des Gebärmutterhalses. Während der Menstruation besteht die Gefahr eines Übergriffes der Infektion auf die Gebärmutter, die Eileiter sowie die Eierstöcke, was zu einer bleibenden Sterilität führen kann.

Die Infektion kann auch auf die Schleimhaut des Rektum, also des Enddarmes, sowie auf die Bartolinischen Drüsen mit der Gefahr einer Abszessbildung übergreifen.

Bei beiden Geschlechtern besteht die Möglichkeit der Ausbreitung der Erreger mit dem Blut, die allerdings sehr selten ist. Die Folge davon können sein:

Therapie

Die Behandlung der Gonorrhoe erfolgt mit Antibiotika

Komplikationen

Die schwerwiegendste Komplikation, eine dauerhafte Sterilität, also Unfruchtbarkeit, entsteht bei der chronischen Gonorrhoe und zwar bei beiden Geschlechtern.

Bei Neugeborenen kann es ohne die Credésche Prophylaxe (Augentropfen etc.) zur Erblindung des Kindes kommen.

Vorbeugende Massnahmen bestehen in einer Vermeidung der Infektion. Da es sich um eine sexuell übertragbare Erkrankung, im englischen "sexually transmitted disease" (STD*), handelt, besteht eine wirksame Vorbeugung in der Verwendung von Kondomen.

Pfeil nächste Geschlechtskranheiten